Was versteht man genau unter “Korrekturlesen”?

Informationen und Tipps rund um das Korrekturlesen

Schüler, Studenten, Hobbyautoren, Journalisten und berufliche Autoren haben alle etwas gemeinsam. Sie verfassen Texte! Und wer Texte schreibt, macht den einen oder anderen Fehler. Bevor der erstellte Text abgeliefert wird, ist es unumgänglich, den Text auf Fehler überprüfen zu lassen. Damit der Schreiber die Fehler wieder findet und sie korrigieren kann, wäre es hilfreich, wenn die Fehler gleichzeitig gekennzeichnet werden. Das war jetzt die schnelle Erklärung für das Korrekturlesen. Es geht aber auch genauer:

Was ist Korrektur lesen und wer liest Korrektur?

Kein Mensch ist fehlerlos. Vor jeder Veröffentlichung steht das Korrektur lesen. Die genaue Erklärung dafür ist nicht schwer. Korrekturlesen ist die ausführliche Kontrolle von Texten auf Fehler. Natürlich gibt es inzwischen Programme und Plattformen im Internet, aber es geht nichts über eine persönliche Überprüfung. Idealerweise gibt man seinen Text einer dritten Person zur Durchsicht. Nach der mühsamen und manchmal langwierigen Texterstellung ist man nur auf den Inhalt fixiert, nicht auf mögliche Fehler. 

Was wird dabei korrigiert?

Der Korrekturleser erkennt Fehler, markiert sie und gibt Anweisungen für die Korrektur. Satzprogramme und elektronische Entwürfe erfordern die direkte Eingabe der Anweisungen. 
Der Rahmen eines Korrektorrats umfasst Fehler in der Grammatik, Rechtschreibung und Interpunktion. Dabei wird auf typische Fehlerquellen besonders geachtet:

• Buchstabendreher
• Fehler in der Grammatik.
• Groß- und Kleinschreibung bei der Anrede 
• Interpunktionsfehler
• Kommasetzung. 
• Inkonsistente, aber regelkonforme Schreibarten,
• Tippfehler
• Unterschied von „seid” und „seit” 
• Unterschied zwischen „das” und „dass”
• Verstöße gegen die Rechtschreibregeln

Handelt es sich um eine Schlusskorrektur, weil der Text im verlangten Layout vorliegt, werden außerdem Gestaltungsfehler bemängelt.
Inhaltliche Fehler können vom Korrekturleser gekennzeichnet werden, werden allerdings nicht absichtlich geprüft. 

Tipps für eine leichtere Korrektur

Es gibt reichlich Hilfsmittel für das Korrekturlesen von deutschen Texten:

1. Online-Ressourcen. 
Inzwischen findet jeder bei allen möglichen Fragen in punkto Rechtschreibung Hilfe online. Kompetente Portale sind Wikipedia, korrekturen.de und duden.de, um nur einige von ihnen zu nennen.

2. Die amtlichen Regeln.
Die Grundlage aller Enzyklopädien und Vokabularien formt das amtliche Regelwerk. Dieses ist für sämtliche staatlichen Einrichtungen, also auch für den Unterricht in der Schule tonangebend. Im Internet ist die Website des Rats für deutsche Rechtschreibung zu finden. Dort stehen diese Grundlagen zur Verfügung und können sogar herunter geladen werden. 

3. Korrekturzeichen DIN 16511
Die normierten Korrekturzeichen zu kennen ist unerlässlich bei Weiterbearbeitung der eigenen Korrekturen. Die Zeichen sind schnell erlernbar, manche sind bereits durch Rechtschreibwörterbücher bekannt.

4. Automatische Rechtschreibprüfung. 
Die manuelle Endkorrektur wird vorbereitet durch einen automatischen Rechtschreib-Check mit dem hauseigenen Computer. Der Duden Korrektor ist neben der Microsoft Word Rechtschreibprüfung eine weitere Alternative, um die meisten Rechtschreibfehler aufzuspüren. 

5. Suchen-und-Ersetzen-Funktion des Textverarbeitungsprogramms.
Bei langen Texten und wiederkehrenden Fehlern erweist sich diese Suchfunktion als äußerst hilfreich. Ratsam ist, vor einsetzen dieser Funktion eine Sicherungskopie anzufertigen.
6. Selbst der Profi-Korrektor überarbeitet keine acht Stunden ohne Pause Texte. Wichtig ist, alle 60 Minute cirka 15 Minuten Pause zu machen. Einfache Entspannungsübungen geben neue Ideen, Kraft und Ausdauer für die Fertigstellung eines langen Textes.

7. Ist der Text endlich fertig, empfiehlt es sich, den eigenen Textentwurf in normaler Stimmlage laut zu lesen. Man bemerkt sofort „Stolperfallen“ und kann gleich die betreffende Stelle umformulieren. Das kann ebenfalls, je nach Belieben, sofort für jeden fertigen Absatz durchgeführt werden. Um selber von vornherein Tippfehler zu vermeiden, schaltet die Autokorrekturfunktion eures Textverarbeitungsprogramms ein oder nehmt den Duden zur Hand.

8. Lesezeichen oder Lineal.
Sie werden nicht durch folgende Zeilen abgelenkt und lesen zwangsläufig langsamer, wenn die Zeilen mit einem Lesezeichen, Lineal oder einem anderen Gegenstand fokussiert werden. Erfahrungslose Korrektoren konzentrieren sich auf diese Weise besser auf jedes einzelne Wort.

Am Ende eines Textes folgt die Korrektur. Darum ist es zum Vorteil, während des Schreibens die integrierte Korrektur einzuschalten oder besonders aufmerksam in Bezug auf wiederkehrende Fehler zu sein.